IMHO: Bogenschießen als Selbsterfahrung und „Weg zum Glück“

Ach Du liebe Zeit! Das wird ja immer abgedrehter! Das nächste IMHO trägt wohl dann den Titel „Bogenschießen und sein Einfluss auf die Expansion des Universums“.

Nein. Ich hoffe nicht, dass die IMHOs generell in diese Richtung gehen, aber diesmal ist’s wohl ein wenig so. Aber ich gelobe jetzt schon Besserung und beim Nächsten wird’s wieder etwas bodenständiger und handfester.

Im IMHO „Ebenen des Intuitiven Bogenschießens“ habe ich ein wenig über meine Erfahrungen und meine Schlüsse daraus erzählt, wie das Unterbewusstsein das Schießen beeinflusst. Hier werde ich meine Gedanken noch etwas weiter treiben und die Grenzen des konkreten Bogenschießens verlassen (in Richtung Rand des Universums natürlich ;).

Viele Bogenschützen erzählen mir in verschiedenen Formen von einem tiefen Glücksgefühl, wenn sie einen perfekten Schuss platzieren. Ich kenne das auch sehr gut. Warum kann das Bogenschießen so tiefe Emotionen auslösen? Ist das nicht seltsam?

Im oben erwähnten IMHO habe ich davon erzählt, wie sich das Unterbewusstsein am Bogenschießen beteiligt und teilweise (insbesonders bei intuitiven Bogenschützen) die Kontrolle übernimmt. Meine These ist, dass dieses tiefe Glücksgefühl dadurch entsteht, dass Bewusstsein und Unterbewusstsein (ausnahmsweise?) das Gleiche anstreben und im Idealfall erreichen.

Bei Menschen, die unter Goldangst leiden, wird dieses Gefühl wohl eher selten bis gar nicht auftreten, da hier das Unterbewusstsein eben nicht das gleiche will – nämlich treffen. Vielleicht gibt’s mal ein IMHO über Goldangst und wie man es überwindet bzw. damit umgeht – aber das ist heute nicht das Thema. Ich vermute auch, dass Goldangst hauptsächlich bei Bogenschützen auftritt, die bewusst zielen. Oder bei Menschen, die im Grunde ihres Herzens (also im Unterbewusstsein) eigentlich nicht wirklich Bogenschießen wollen, sondern es nur tun, weil z.B. der Partner es will oder wegen irgendeines anderen Drucks, der von außen kommt (aus Sicht des Unterbewusstseins). Zum Beispiel Sozialer Druck oder Druck, den man (im bewussten Ich) sich selber macht, weil man sich oder anderen irgendetwas beweisen will – also vom Bewusstsein oder Wertvorstellungen aufgezwungen werden. (Damit haben wir dann das klassische Dreigespann der Tiefenpsychologie beisammen: „Es“, „Ich“ und „Über-Ich“)

Eine der vielen tollen Sachen beim Bogenschießen, ist, dass man die Chance erhält einmal die Existenz dieses Unterbewusstseins (das „Es“) zu spüren und in einen „Dialog“ zu treten. Bogenschießen als Selbsterfahrung also. (Wobei es meiner Erfahrung nach nicht DAS Unterbewusstsein gibt, sondern es eine Sammelbezeichnung für viele ganz unterschiedliche Aspekte ist. Das reicht vom tierischen Mr. Hyde bis zum intellektuell überlegenen Dr.Jekyll)

Tatsächlich, wenn man es zulässt, lernt man im wörtlichsten Sinne etwas ganz Wesentliches über sich selbst. Es gibt auch viele Bücher und Romane die diesen Vorgang mehr oder weniger religiös oder esoterisch aufgebrezelt beschreiben (das berühmte „Zen und die Kunst des Bogenschießens“ ist nur eines davon). Im Grunde geht es aber einfach darum, sein Unterbewusstsein zu erfahren, kennen- und schätzen zu lernen und so „den Weg zum Glücklichsein“ zu finden.

Tatsächlich denke ich, dass man generell dann insgesamt ein glücklicherer Mensch ist, wenn man eine gute Beziehung zu seinem Unterbewusstsein hat. Oder etwas schwülstiger ausgedrückt: Wenn man mit seinem Unterbewusstsein im Einklang oder Harmonie ist. Oder ganz profan: Wenn beide das Gleiche anstreben und im besten Fall erreichen.

Das ist in der Realität leider nur selten der Fall. Nicht zuletzt, weil beide nicht gelernt haben miteinander zu kommunizieren. Aber genau das kann man durch das Bogenschießen im konkreten erfahren und für den ganzen Rest einüben. Insofern kann das Bogenschießen einen sehr tiefen, positiven Einfluss auf das eigene Lebensgefühl haben. (Aber natürlich ist das Bogenschießen bei weitem nicht der einzige Weg zum Glück – aber auch nicht der schlechteste)

Jedenfalls wenn man sich dem immer wieder aussetzt und die nötige Geduld aufbringt, denn das dauert…